Baumaterial Erklärung
Allgemeines zum Holz
Eine farbliche Sortierung ist bei unseren Bausätzen generell nicht möglich, da das Holz von verschiedenen Bäumen unterschiedliche Farben und Maserungen aufweisen kann. Ein besonders breites Farbspektrum findet sich beim „Western Red Cedar“. Bei diesem Holz kann es vorkommen, dass eine einzelne Rumpfleiste mehrere Farben aufweist. Gerade das unterschiedliche Aussehen des Holzes macht jedoch jedes Kanu so einzigartig.
Leisten
Unmittelbar nach Anlieferung eines Bausatzes sollten die Leisten ausgepackt werden. Die Verpackungsfolie (Wellpappe) muss entfernt werden, da die Leisten nur wasserabweisend, aber nicht wasserdicht verpackt sind. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit wieder abtrocknen. Es ist nicht notwendig, alle Leisten einzeln zu lagern – die 30er- bzw. 10er-Pakete können zunächst zusammenbleiben. Die Leisten sollten trocken gelagert werden; die genaue Temperatur ist dabei nicht entscheidend. Am besten lagert man das Paket auf Unterlagen von ca. 2–3 cm Höhe, wobei die Leisten in einem Abstand von etwa 0,8 bis 1,2 m zueinander liegen sollten. Niemals direkt auf feuchtem Untergrund (z. B. Erdboden) lagern; gegebenenfalls eine Folie darunterlegen. Die Wegerleisten sollten nie einzeln liegen – am besten im 4er-Pack, bis sie bearbeitet werden. Die Leistenpakete werden von uns immer so gepackt, dass nur die Seite mit der Rundung nach außen zeigt, während die empfindlicheren Hohlkehlen nach innen liegen. Dadurch sind die Leisten besser vor Beschädigungen geschützt. Sollte die Rundung außen kleine Macken bekommen, ist das unproblematisch: Beim Bau rutscht die Rundung immer in die Hohlkehle und wird verdeckt. Auch die Kanten der Wegerleisten werden beim Bau abgerundet und geschliffen, sodass kleinere Macken hier ebenfalls kein Problem darstellen.
Wegerleisten
Die Innenweger haben stets die Maße 19 × 23 mm, die Außenweger 19 × 19 mm.
Die Außenweger sind unten abgeschrägt (gegen Aufpreis erhältlich). Beim Verleimen muss die Schräge immer nach unten zeigen.
Siehe hierzu auch die Zeichnung – sie sollte alle offenen Fragen klären.
Holzqualität der Wegerleisten
Wir legen großen Wert auf eine außergewöhnlich hohe Qualität unserer Wegerleisten. Dafür verwenden wir ausschließlich Holz in Leistenqualität, das vor der Verarbeitung vollständig nachsortiert wird. Jede Wegerleiste entsteht in eigener Fertigung und wird anschließend sorgfältig geprüft und verpackt. Eschenholz weist einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich auf. Aufgrund der großen Längen der Wegerleisten lässt es sich nicht vermeiden, dass in einer Leiste gelegentlich beide Holzbereiche erscheinen.
Holzqualität der Kanuleisten
Wir legen großen Wert auf eine außergewöhnlich hohe Qualität unserer Leisten. Generell verwenden wir nur Holz in Leistenqualität, das nochmals komplett durchsortiert wird. Jede einzelne Rumpfleiste wird von uns gefertigt, sorgfältig kontrolliert und verpackt. Die Leistenpakete sind so zusammengestellt, dass jeder Kunde sein Kanu ohne Äste und Harzgallen bauen kann. Dennoch sollte jede Rumpfleiste vom Erbauer genau betrachtet werden, damit eventuell unschöne Stellen so verarbeitet werden, dass sie beim Längenzuschnitt wegfallen. Auch eine farbliche Sortierung ist sinnvoll: Die schönsten Kanus entstehen häufig durch einen symmetrischen Farbaufbau, z. B. eine dunkle Leiste links und eine dunkle Leiste rechts. Letztlich bleibt die Entscheidung dem Geschmack des Erbauers überlassen. Beginnen Sie immer mit den schönsten und saubersten Leisten, da die Seiten des Kanus innen und außen gut sichtbar sind und am wenigsten geschliffen werden müssen. Beim Übergang zum Kanuboden können auch Leisten verwendet werden, bei denen die Hohlkehle außen etwas beschädigt ist, da in diesem Bereich ohnehin viel abgeschliffen wird. So werden kleine Makel automatisch entfernt. Beim Arbeiten zur Bodenmitte hin sollten die Leisten so angebracht werden, dass die Innenkante stets die schönere Seite zeigt. Durch die konkav/konvexe Verbindung der Leisten passen sie auch bei leicht ausgefransten Hohlkehlen zusammen – ggf. muss nur etwas mehr geschliffen werden, um einen runden, fassettenfreien Kanurumpf zu erhalten. Je weiter man zur Kanubodenmitte kommt, desto kürzer werden die benötigten Leisten. Verwenden Sie daher immer den besten Teil der Leiste und sägen den Rest ab. Lange Reststücke aufbewahren – daraus können die kürzeren Leisten für den Kanuboden gefertigt werden.
Holz für die Stevenleisten (Bug- und Heckleisten)
Bereits während der Herstellung achten wir besonders auf einen sauberen Faserverlauf und eine geeignete Holzqualität. Da die Leisten später gedämpft und gebogen werden müssen, wird jede einzelne Leiste nach der Fertigung und vor dem Verpacken erneut kontrolliert und geprüft. Langfaserige Eschenleisten lassen sich deutlich leichter biegen als kurzfaserige Leisten aus Mahagoni oder Eiche. Letztere sollten vor dem Dämpfen über Nacht in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden. Beim Dämpfen und Biegen sind die Hinweise in der Bauanleitung unbedingt einzuhalten, da ein unsachgemäßes Vorgehen schnell zu Leistenbruch führen kann. Leisten dürfen dabei niemals einzeln gebogen werden. Eschenholz besitzt einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich. Daher lässt es sich nicht vermeiden, dass in einem Leistenpaket gelegentlich beide Holzbereiche vertreten sind.
Holz für das Deck
Das Deckholz besteht aus zwei Stücken gehobeltem Massivholz mit den Maßen 120 × 380 × 22 mm. Um Gewicht zu sparen, sollte das Kanudeck möglichst kurz ausgeführt werden – eine Länge von etwa 250 mm ist technisch vollkommen ausreichend. Die äußeren Längskanten des Deckholzes sind maschinell gehobelt. Eschenholz besitzt einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich. Daher lässt es sich nicht vermeiden, dass gelegentlich beide Holzbereiche vertreten sind. Wird das Deckholz diagonal durchgesägt, anschließend eine Hälfte gedreht und gewendet, entsteht ein Dreieck mit einer maximalen Breite von rund 240 mm, was für alle gängigen Kanutypen mehr als ausreicht. Die beiden Holzteile werden vom Erbauer mit PU-Leim oder Epoxidharz verleimt. Aus optischen Gründen kann zwischen den beiden Hälften eine Mittelleiste (Liesene) aus kontrastierendem Holz eingesetzt werden. Diese sollte etwa 400 × 6 × 22 mm groß sein. Dadurch entsteht eine präzise und saubere Passfuge. Nach dem Verleimen werden die gesägten Außenkanten an die Kontur des Kanus sowie an die gewünschte Decklänge angepasst. So erhält das Deckholz seine endgültige Form und fügt sich harmonisch in den Bootsaufbau ein. Eschenholz besitzt einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich. Daher lässt es sich nicht vermeiden, dass gelegentlich beide Holzbereiche vertreten sind.
Holz für die Sitze
Das Sitzholz wird so geliefert, dass daraus ein Standard-Kanusitz mit vier Gurtstreifen in der Tiefe und sechs Gurtstreifen in der Breite gefertigt werden kann. Diese Sitzkonstruktion bietet auch größeren und schwereren Paddlern einen bequemen und stabilen Sitz. Das Querholz wird in einer maximalen Länge von 900 mm geliefert. Die Längsholme haben Längen von 450 mm beziehungsweise 225 mm. Alle Holzteile müssen vom Erbauer auf das jeweilige Fertigmaß zugeschnitten und individuell an die Sitzposition sowie die Breite des Kanus angepasst werden. Eschenholz besitzt einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich. Daher lässt es sich nicht vermeiden, dass gelegentlich beide Holzbereiche vertreten sind.
Sitzgurt
Das mitgelieferte Gurtband reicht für einen Sitz in der oben beschriebenen Ausführung vollständig aus. Pro Sitz werden 5 laufende Meter Band mit einer Breite von etwa 48 mm geliefert. Die Gurte müssen vom Erbauer auf die benötigte Länge zugeschnitten werden. Um ein Ausfransen der Schnittkanten zu verhindern, können diese vorsichtig mit einem Feuerzeug leicht angeschmolzen werden.
Rundholz für Sitzabhänger
Das Rundholz wird in einer Länge von 900 mm geliefert. Für eine Schraubverbindung sind in der Regel etwa 90 mm ausreichend. Das Rundholz muss vom Erbauer mit einem 6,5-mm-Bohrer durchbohrt werden, damit die Sitzschrauben durchgeführt werden können. Die mitgelieferten Edelstahlschrauben haben eine Länge von 140 mm und können bei Bedarf gekürzt werden. Pro Sitz werden vier Schrauben mit passenden Sicherheitsmuttern, Hutmuttern und Unterlagscheiben mitgeliefert.
Holz für Ducht oder Tragejoch
Standardmäßig wird ein Stück Duchtholz mit den Maßen 900 × 50 × 22 mm geliefert. Um Gewicht zu sparen, sollte dieses vom Erbauer noch in Form gebracht und an die gewünschte Kontur angepasst werden. Eschenholz besitzt einen dunkleren Kern- und einen helleren Außenbereich. Daher lässt es sich nicht vermeiden, dass gelegentlich beide Holzbereiche vertreten sind. Zum Lieferumfang gehören vier Edelstahlschrauben (60 mm) einschließlich Sicherheitsmuttern, Hutmuttern und Unterlagscheiben. Eine Ducht wird mit maximal zwei Schrauben befestigt, ein Tragejoch mit bis zu vier Schrauben.
Epoxidharz und Härter
Epoxidharz und Härter werden in einer rechnerisch ausreichenden Menge passend zum jeweiligen Kanumodell geliefert. Eine Sicherheitsreserve ist bereits einkalkuliert, der tatsächliche Verbrauch hängt jedoch stark von der Arbeitsweise des Erbauers ab.
Achten Sie darauf, sparsam zu arbeiten – Harz, das ungenutzt entsorgt wird, fehlt später beim Bau. Wenn für die Außenbeschichtung bereits deutlich mehr als die Hälfte des Harz-Härter-Gemischs verbraucht wurde, empfiehlt es sich, rechtzeitig Nachschub zu bestellen, bevor mit der Innenbeschichtung begonnen wird. Epoxidharz und Härter soll in dunklen Räumen gelagert werden (vor UV-Strahlung schützen). Kein KU-Kanister ist zu 100% Dampfdicht, deshalb Chemikalien wie das Harz, Härter und Lacke, am besten in einem Abstellraum lagern. Niemals in bewohnten Räumen lagern. Technische Merkblätter, Beschichtungsanleitung und Sicherheitsdatenblätter immer beachten. Also lesen und sein Verhalten den Erfordernissen anpassen.
Lack und Leim
Sowohl Lack als auch Leim werden in Mengen geliefert, die rechnerisch auf das jeweilige Kanumodell abgestimmt sind. Dennoch gilt – wie beim Epoxidharz –: Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von der Arbeitsweise des Erbauers ab. Beim Lackieren ist zu berücksichtigen, dass abgeschliffener Lack unwiederbringlich verloren geht. Tragen Sie daher mehrere dünne Schichten auf. Beim Schleifen sollte der vorhandene Lack nicht vollständig entfernt werden – arbeiten Sie entsprechend behutsam. Beachten Sie außerdem das technische Merkblatt des Lackherstellers sowie unsere ausführlichen Anleitungen zur fachgerechten Lackierung. Beim Verleimen gilt: Herausquellender Leim trägt nicht zur Festigkeit bei und ist verloren. Die gesamte Leimfuge muss jedoch vollständig benetzt sein, um eine saubere und stabile Verbindung zu gewährleisten. Wer unsicher ist, sollte lieber eine zusätzliche Tube Leim bereithalten, als zu wenig zu verwenden. Lack und Leim müssen unbedingt vor Frost geschützt werden, da gefrorene Materialien unbrauchbar werden. Epoxidharz, Härter sowie Aceton und Verdünnungen sind frostunempfindlich, sollten jedoch nicht dauerhaft starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, da dies die Materialqualität beeinträchtigen kann.
Wichtige Sicherheitshinweise
Bitte lesen, beachten und befolgen Sie stets die technischen Arbeitsblätter, Sicherheitsdatenblätter und Herstellerangaben der jeweiligen Produkte. Chemische Produkte dürfen keinesfalls in die Hände von Kindern gelangen. Bei der Verarbeitung von Harzsystemen ist besondere Sorgfalt geboten. Arbeiten Sie stets in gut belüfteten Räumen und tragen Sie geeignete Schutzausrüstung, wie Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutzmaske.
Bauplan
Bitte beachten Sie, dass geöffnete Baupläne aus Papier Feuchtigkeit aufnehmen können, wodurch sie sich ausdehnen oder verziehen. Bewahren Sie die Pläne daher stets in trockenen Räumen auf.
Alle Maßangaben auf den Bauplänen erfolgen in Inch (Zoll) und Fuß.
Die beiliegende Kurzbauanleitung ist eine Musteranleitung für den Bau eines Bob’s Special-Kanus. Sie kann für alle Kanumodelle verwendet werden, da die Bauweise grundsätzlich gleich bleibt – lediglich die Maße variieren je nach Modell.
Umrechnung: 1 Fuß = 12 Inch; 1 Inch = 2,54 cm;
Beispiel 1 – Mallenversatzmaß
Das Mallenversatzmaß beträgt 12 Inch (dieser Wert ist bei unseren Bauplänen immer gleich).
Berechnung: 12 × 2,54 = 30,48 cm → gerundet 30,50 cm
Beispiel 2 – Kanulänge Angabe: 15′ 9″
Das bedeutet: 15 Fuß = 15′ und 9 Inch = 9″
Zuerst die Fuß in Inch umrechnen: 15 Fuß × 12 = 180 Inch
Dann die zusätzlichen 9 Inch addieren: 180 + 9 = 189 Inch
Nun in Zentimeter umrechnen: 189 × 2,54 = 480,06 cm
Gerundet ergibt das eine Kanulänge von ca. 480 cm.
Glasgewebe
Das Glasgewebe wird generell gerollt in Folie eingewickelt geliefert. Lassen Sie es bis zur Verwendung in der Folie und bewahren Sie es staubfrei auf. Offenes Glasgewebe ist empfindlich und sollte stets vor Staub und Verschmutzung geschützt werden. Legen Sie es nicht auf den Boden, insbesondere nicht auf schmutzige Flächen, da Staub- und Schmutzpartikel sich im Gewebe festsetzen und später nicht mehr entfernt werden können. Solche Verunreinigungen werden nach dem Laminieren sichtbar bleiben. Beim Abrollen und Aufbringen auf die Außenseite des Kanus sollten Sie sorgfältig nachmessen, um zu vermeiden, dass zu viel Material abgeschnitten wird und der verbleibende Abschnitt nicht mehr für die Innenseite ausreicht. Das Glasgewebe wird grundsätzlich mindestens 50 cm länger geliefert, als das Kanu tatsächlich ist.
Beispiel: Für ein Kanu mit einer Länge von 490 cm erhalten Sie 2 × 550 cm = 11 lfm Glasgewebe gerollt. Die Gewebebreite beträgt 150 cm und ist für alle Kanumodelle ausreichend.
Anleitungen zum Kanubau finden Sie auch auf unserer Homepage unter:
Oft helfen auch die Baubilder auf unserer Homepage unter: